Fichtekränzi Frankfurt
Wahrscheinlich war jeder schon mal in dieser Situation: Man besucht eine fremde Stadt, hat alle Sightseeing-Musts abgearbeitet und irgendwann - die Füße sind vom Herumlatschen schon ganz platt - signalisiert der Magen, dass es nun höchste Zeit für was zu Essen ist. Und nun?
Sich willenlos den ubiquitären Verlockungen des globalisierten Fast-Food-Strichs hingeben? Nein! Natürlich sucht man nach etwas mit Lokalkolorit, mit regionaler Küche, mit einem “netten Ambiente”… In solchen Momenten sehnt man sich nach einem “Geheimtipp” eines Ortskundigen - damit man nicht in die Touri-Falle tappt und in einem ranzigen Neppladen abgezockt wird. Nun, zumindest für Frankfurt am Main hätte ich so einen Tipp auf Lager:
Das Fichtkränzi ist ein urgemütliches Apfelweinlokal in Frankfurt Sachsenhausen, das es schon seit 1849 gibt. Man sitzt an langen Tischen auf schmalen Bänkchen - die jeden Abend gut gefüllt sind (vorherige Reservierung ist echt sinnvoll - Tel: 0 69 - 61 27 78). Wenn man mit ein paar Leutchen hingeht, bestellt am besten einen sechser Bembel und eine Flasche Selters zum “Spritzen”. Wer keinen Äbbelwoi mag, kann natürlich auch was anderes bekommen.
Die Speisekarte bietet zwar auch die hessischen Klassiker “Handkäs’ mit Musik” oder “Frankfurter grüne Sauce” - aber man muss ja nicht den Touri raushängen lassen. Echt lecker ist zum Beispiel der Hirschbraten mit Rotkohl und Klößen und auch die Schlachtplatte mit Sauerkraut oder - wenn man es nicht so rustikal liebt - der Feldsalat mit hausgebeiztem Lachs oder das Schnitzel mit Meerettichkruste. Die Preise sind sehr human und die Portionen riesig - die paar Meter Fußweg vom Zentrum (über Römer und Eisernen Steg) lohnen wirklich (Kartenausschnitt).