Andy McKee - Gitarrenspiel in Perfektion
Ohne den Tipp von Richi wäre ich wohl nie auf der MySpace-Seite von Andy McKee gelandet. Und das wäre echt schade gewesen, hätte ich doch keine Chance gehabt mein aktuelles Lieblingsalbum kennen zu lernen.
Andy McKee (Homepage) zaubert auf seinem Album “Art of Motion” mit einer schier unglaublichen Virtuosität traumhaft schöne Klangwelten. Dabei meistert er Höchstschwierigkeiten der Gitarrenspielkunst in einer solch schlafwandlerischen Sicherheit, dass niemals der Eindruck einer leisesten Anstrengung erweckt wird — im Gegenteil: alles hat eine wunderbare Leichtigkeit und Lebendigkeit, die nichts anderes als pure Spielfreude ausdrückt.
Was mit Worten nur schwer zu beschreiben ist wird schnell klar, wenn man dem bulligen, vollbärtigen Glatzkopf McKee beim Einspielen seines Albums im Studio zuschaut (dankenswerterweise hat er einige Videos bei YouTube eingestellt).
Wahrscheinlich ist “Folk” die korrekte Genrebezeichnung für McKees Musik, der ganz ohne Gesang und Begleitung auskommt. Wozu auch eine Begleitung: Die Percussion für seine schnelleren, groovigen Songs wie “Drifting” oder “Heather’s Song” liefert er einfach gleich selbst klopfenderweise mit, als wäre das Zupfen der Saiten nicht Herausforderung genug.
Man kann beim Hören einfach nicht still dasitzen ohne mitzuwippen oder den Beat mitzuklopfen. Und bei seinen ruhigen Klanggemälden wie “For my Father” oder “Rylynn” braucht man gar nicht erst die Augen zu schließen — man wird an die Hand genommen und fortgetragen, irgendwohin wo alles besser, schöner und reiner ist.
Kurzum, “Art of Motion” ist das perfekte Album für den perfekten Tag. Und das verblüffendste, was ich sein den Doigts de l’Homme und dem Romane Acoustic Quartet auf einer Gitarre gehört habe.
(McKees Musik gibts zur Zeit wohl nicht bei Amazon, dafür aber bei iTunes.)
Am 2. April 2007 um 01:05 Uhr
Bei seinem Label CANdYRAT Records (candyrat.com) sind auch andere Virtuosen, wie Joe Satriani und ich sehe gerade … auch Imogen Heap und Damien Rice! Den hab ich erst heute entdeckt, weil einer seiner Songs (Delicate) in einer Folge von Lost gespielt wird *g*!
Das Schöne an Andy McKee ist aber, wie Studienkollege Holger angemerkt hat, dass er eben auch richtig tolle eingängige Melodien hat, was man bei anderen Ausnahmegitarristen oft vermisst.
Hier gibt’s auch ein kleines Interview: http://www.musicianslife.de/2006/12/26/andy-mckee-das-interview/
… allerdings sieht Andy ohne Haare besser aus